77a. Mittelschwere Alzheimer-Demenz

Jetzt kommt die Phase, bei der eine selbständige Lebensführung kaum noch möglich ist, da die kognitiven Störungen schon sehr stark ausgeprägt sind. Die Betroffenen brauchen zunehmend Hilfe und Unterstützung bei einfachen Aufgaben im Alltag wie beispielsweise Einkaufen, Zubereiten von Mahlzeiten, Bedienen von Haushaltsgeräten oder der Körperpflege. Spätestens zu diesem Zeitpunkt sind sie auch nicht mehr in der Lage, selbst Auto zu fahren. Viele Erkrankte können jetzt keine vollständigen Sätze mehr bilden und eine Verständigung wird immer schwieriger. Die Erinnerungen an lange zurückliegenden Ereignisse und Erlebnisse verblassen ebenfalls. Dafür treten ausgeprägte Verhaltensänderungen auf, was für die Angehörigen besonders belastend ist. Am häufigsten ist eine hochgradige Unruhe, bei der die Erkrankten oft stundenlang rastlos auf und ab laufen oder ständig die Wohnung verlassen wollen. Auf der anderen Seite können sie auch völlig antriebslos sein und ein großes Schlafbedürfnis haben. Häufig reagieren sie gereizt und aggressiv, was den richtigen Umgang mit den Betroffenen zusätzlich erschwert. Nicht selten treten wahnhafte Befürchtungen auf, das heißt, dass sie sich von ihren Betreuern bestohlen, betrogen und abgeschoben fühlen. Hinzu können jetzt auch noch Schwierigkeiten mit der Kontrolle von Blase und Darm kommen.
Allerdings müssen nicht immer alle Fähigkeiten verloren gehen. Viele Erkrankte erinnern sich beispielsweise noch sehr gut an bestimmte Gedichte, Lieder oder besondere Musikstücke, weshalb in diesem Stadium eine Unterstützung durch Musik- und Erinnerungstherapie oder auch Krankengymnastik dazu beitragen, die Symptome abzumildern. Natürlich verbessert sich zusätzlich das allgemeine Wohlbefinden des Betroffenen, wenn wir einfühlsam und liebevoll mit ihm umgehen.

Schwere Alzheimer-Demenz
Im fortgeschrittenen Stadium besteht ein hochgradiger geistiger Abbau und eine sprachliche Verständigung gelingt nicht mehr. Die Sprache beschränkt sich nur noch auf wenige Wörter oder versiegt ganz. Die Betroffenen sind jetzt komplett pflegebedürftig. Sie verlieren die Kontrolle über Blase und Darm und oftmals auch über ihre Körperhaltung. Viele können nicht mehr ohne Hilfe gehen, sie brauchen einen Rollstuhl oder werden bettlägerig. Häufig kommt eine Versteifung der Gliedmaßen hinzu sowie Schluckstörungen und Krampfanfälle. Die Anfälligkeit für Infektionen steigt. Der genaue Krankheitsverlauf ist natürlich von Fall zu Fall sehr unterschiedlich und lässt sich nicht exakt vorhersagen.
(Quelle: Deutsche Alzheimer Gesellschaft)

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